05 März 2025

freiheit liegt nicht im kompromiss?

noch haben wir die freiheit, uns von menschen zu lösen, die uns nicht gut tun. kompromisse sind eine heilige lehre. sie gelten als schlüssel zum miteinander, als tugend. dabei sind sie oft nur verzicht, ein einverständnis widerwillen.

ich gehe ungern welche ein. das wird dann als stur oder schwierig ausgelegt. als ob das nachgeben schon von sich aus ein wert wäre. es ist etwas anderes, seine meinung zu ändern, weil sich die sachlage wandelt – weil neue erkenntnisse neue maßnahmen erfordern. aber ein kompromiss aus bequemlichkeit, aus furcht vor auseinandersetzung, bleibt ein deal mit sich selbst, der selten auf mich selbst einzahlt.

die absolute freiheit liegt darin, sich selbst genügen zu können. wer sich kennt, wer sich das alleinsein leisten will, könnte gut damit fahren. ich will nicht gemeinsam sein, wenn es mich verbiegt. familie – vielleicht. weil ein instinkt ruft, weil ein inneres empfinden es als notwendig markiert. aber schon das ist ein kompromiss.

ich glaube, dass freiheit am klarsten in der trennung liegt. nicht in der abgrenzung aus protest, sondern in der bereitwilligkeit, sich von dem zu lösen, was nicht mehr passt. wer sich nicht einreiht, gilt als sperrig. aber das verharren im zusammen schürt oft nur das, was bröckelt, sobald es unbequem wird.

es hat nichts mit gesellschaftskritik zu tun. es ist nur eine spur, die sich legt, während ich meinen kram mache – mit oder ohne menschen. je nachdem, was ich mir selbst anbiete, wenn ich mich gelegentlich kenne.

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