Das Gewitter bremst uns aus. Zuckend. Lärmend. Blitzend. Ein Störmanöver aus einer anderen Welt. Es kündigt nichts an und sagt doch alles. Nicht zu ändern, nicht zu stoppen – nur zu überstehen. Ein Schauspiel, das sich nicht einhegen lässt in Kategorien von Fortschritt oder Rückkehr zur Normalität. Es ist einfach da. Und wir – einfach dazwischen.
Das Wetterphänomen, das wir sonst beiläufig bestaunen, scheint uns diesmal in seiner Präsenz überlegen. Es hat keine Meinung, keine politische Agenda. Es donnert – und das genügt. „Komm, lass uns Gewitter schauen gehen“, sagt jemand beiläufig. Als wäre das eine neue Freizeitbeschäftigung, irgendwo zwischen stiller Auszeit und dem Wunsch, einfach mal weg zu sein.
Das Klavier steht trocken, irgendwo im Inneren des Hauses. Verstummt. Die alte Asche fliegt noch draußen herum. Vom Grill – vergessen im Regen. Eine kleine Allegorie auf unsere Gegenwart? Vielleicht.
Manche Dinge passieren einfach. Ohne Kommentarspalte. Ohne digitales Echo. Und vielleicht ist es gut, dass das Gewitter gerade da ist, wo wir sonst mit unseren Stimmen poltern. Vielleicht braucht es diese Art von Lärm, damit es einmal wirklich still wird.
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