17 Juni 2025

Auf der Strecke

Wie überrascht kann man eigentlich noch sein? Man glaubt, alles schon erlebt zu haben – und plötzlich springt dich das Leben von der Seite an. Niemand sollte sich einbilden, unüberraschbar zu sein. Das stimmt nur bedingt, wenn überhaupt.

Das Leben greift immer wieder zu – nach dir, in dich hinein. Es kennt keine Pausen. Keine Gnade. Genehmigt dir keine Ruhe – ob du sie verdient hast oder nicht, spielt keine Rolle. Solange du atmest, bist du im Spiel. Entzug? Funktioniert nicht. Dafür ist das Leben zu gewitzt.

Du kannst dich zurückziehen – innerlich wie äußerlich – und dich in dich selbst vergraben. Das hilft dir wenig. Eine Verlängerung der Schonfrist zu deinen Gunsten? Wird dir nicht gewährt.

Sich auf andere Menschen einzulassen ist die einzige Option. Oft sinnlos. Und wenn es bewusst passiert, beginnt das Spiel – mit Manipulation und Verlust der Authentizität.

Die Menschen in deinem Leben wollen immer etwas. Das ist ihr gutes Recht. Aber nur wenige ertragen kritische Worte. Kritik wird gesellschaftlich abgewertet, als Angriff missverstanden und als Störung empfunden. Also schweigt man lieber und spart sich die Reibung. Die Reife, die sich aus Diskurs und Kompromissbereitschaft entwickeln könnte bleibt auf der Strecke. 

Das bleibt so. "Das hat sich etabliert – damit sich niemand mehr blamiert?"  

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