Was in mir denkt, bevor ich es bemerke – ich belaste es mit mir, mit meiner Gegenwart. Lange verborgen, nun versuche ich, es aufzulösen. Nicht abtropfen zu lassen. Tilgen, ehe es in mir Form annimmt.
Mein Denken ist ein Tier, das sich nicht zähmen lässt. It’s my mind. Ich setze ihm Grenzen, messe Maß. Nicht alles darf durch mich hindurch. Ich ringe darum, zu wählen, was bleibt. Doch diese Wahl ist kein Geschenk, sondern ein unaufhörlicher Kampf um die Oberhand.
Innenwetter: aufziehende Muster, selbst gezeichnet. Wolken, die mir gehören. Farbbögen als flüchtige Versöhnung. Ich kann. Ich scheitere. Licht fällt, erlischt.
Das ist mein Sport – kein Spiel, das ich liebe, sondern Schutz, den ich mir erzwinge. Ich wünsche mir, alle Gedanken wären meine, zumindest die, die ich bewusst wähle. Doch diese Wahl ist kein Geschenk, sondern ein beständiger Kampf, ein Ringen, das gedankliche Chaos zu bändigen, bevor es mich überwältigt.
Denn wenn ich nicht wähle, entscheidet mein Gehirn für mich – überzieht mich mit Fremdem, und das Maßlose setzt sich durch. Alles, was mich beschwert, ist nicht meins, und doch spüre ich seine Last in mir.
Ich beneide jene, die den Vorhang fallen lassen können, bevor das Unheil sichtbar wird. Die den Gedankenstrom sperren, ehe er sich entfaltet.
Gegen sie bin ich ein Wicht – und weiß um den schmalen Grat: dass hinter dieser scheinbaren Souveränität oft die Egomanie wartet, die nur noch das duldet, was sich der opportunistischen Verwertbarkeit anbiedert.
Es geht nicht um schnelle Kraft, sondern um die Erkenntnis – der erste Schritt auf dem Weg zur Selbstbeherrschung. Im widersprüchlichen Ringen liegt die Wahrheit; im Schwanken die Chance zur Gestaltung. Wer das Chaos nicht verleugnet, sondern ihm begegnet, bereitet sich darauf vor, es zu bändigen – nicht mit blindem Trotz, sondern mit vorsichtiger Herrschaft.
Dieser Weg ist kein Sprung, sondern ein langsames Schmieden inmitten des Konflikts. Die Kraft, die mich einst überwältigt hat, wird zur Kraft, die mich trägt. Wer das Dunkel nicht fürchtet, darf das Licht erreichen.
Diese Zwiespältigkeit ist keine Schwäche, sondern der Stoff, aus dem Tiefe entsteht. Ein Ruf an jeden Suchenden: Erkenne dich selbst im Zweifel und forme dich neu aus dem Staub deiner Zwänge.
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