Es wird geredet, geredet, um Recht zu bekommen, um andere Menschen hinter sich zu versammeln. Ein vermeintlich Gemeinsames entsteht, doch schon im Gemeinsamen gibt es Risse, weil andere anders sein wollen, anders gemeinsam sein wollen. Der Kompromiss wird erschaffen. Ein wenig von dem, was ich will, bleibt erhalten, aber nicht das, was die Menschheit braucht.
Kompromisse verwässern das Ziel, verschleppen das Notwendige. Wenn der Kompromiss schon das Ziel verfehlt und Menschen den dann als Maßstab nehmen, darauf aufbauend argumentieren, geschieht das, was geschehen muss: Das eigentliche Ziel wird nie erreicht.
Ein Dilemma, das nicht nur Widerstand bei den Initiatoren des ursprünglichen Ziels erzeugt. Unabhängig davon, in welche Ecke diese Zeilen politisch gerückt werden, zeigt sorgfältige Betrachtung:
Unter dem Diktat des Wettbewerbs verliert, wer auf Kompromisse angewiesen ist. Das Ringen um Meinungen wird nachteilig, weil in autoritären Systemen schneller entschieden und durchgesetzt wird. Demokratien verlieren dadurch ihre Dominanz – und genau das ist derzeit feststellbar.
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