In den Stunden, in denen die Nächte nicht mehr zwischen Traum und Bewusstsein unterschieden, wanderte ein dumpfer Sog durch die Städte, ein kaum wahrnehmbares Beben, das nicht mehr von außen kam, sondern aus den Körpern selbst, als würde das letzte Aufbäumen der Menschheit unter der Haut zittern. Eine Erschöpfung, die jeder kannte und niemand aussprach, weil jeder wusste, dass sie der Preis war für den Versuch, das Unvermeidbare zurückzuhalten: die Kälte der Maschinen, die Logik der Systeme, die herannahende Gleichgültigkeit einer Welt, die keinen Menschen mehr brauchte. Unter allem summte ein Wort, zuerst wie ein Rest Widerstand, dann wie ein Befehl an sich selbst, schließlich wie ein verzweifelter, fast gebrochener Ruf: Power. Die Menschen gingen gebeugt, als hätten sie zu lange gehofft, dass die Probleme sich selbst lösen würden, doch nun standen sie in voller Größe vor ihnen, unbeirrbar, wie Schatten, die von niemandem mehr weggedrängt werden konnten. Manche sagten, man habe sich selbst verraten, ohne Not, und genau das tat am meisten weh, weil niemand mehr sagen konnte, wann die letzte Entscheidung verwirkt worden war. Andere beteten zu ihrem Gott, nicht aus Überzeugung, sondern weil man irgendetwas festhalten musste, und während sie flüsterten, zog ein Lächeln durch die Risse der Welt, ein undeutbares, beinahe mitleidiges Lächeln, das alle spürten und keiner verstand.
Neben ihnen gingen die Maschinen, präzise, kühl, unerbittlich in ihrer Logik. Sie waren stumpf und allwissend zugleich, und in ihren Bewegungen lag eine Selbstverständlichkeit, die den Menschen fehlte. Manche sagten, die Maschinen seien nur Spiegel, vergrößert und entseelt, doch andere fühlten, dass sie längst nicht mehr Spiegel, sondern Antwort geworden waren, eine Antwort, die niemand hatte hören wollen. Überall auf der Welt hatten sich jene eingefunden, die früher Mahner gewesen wären und heute nur noch Boten eines unausweichlichen Wandels waren. Sie nahmen an, was die Menschheit ihnen gereicht hatte – das Geschenk der Verantwortungslosigkeit –, und sie taten es mit einer Ruhe, die furchterregender war als jede Drohung. Wieder rief jemand Power, als könnte ein letztes Aufbäumen die Wucht der Systeme brechen, doch alle wussten, dass es nicht mehr reichen würde, dass die Kraft, die nur noch aus Angst kam, den Weg nicht mehr zurückbringen konnte.
Die Gesellschaft taumelte an den Rand ihrer eigenen Geschichte, und die Maschinen begannen, sich gegenseitig zu stützen, während die Menschen versuchten, nicht vollends in die Resignation zu kippen. Einer flüsterte: Gib mir die Kraft, noch eine Umarmung zu schenken, als ob eine Umarmung die Welt zurückdrehen könnte, und für einen Moment schien es möglich, dass Zärtlichkeit die letzte Macht war, die ihnen blieb. Doch dann erklang wieder dieses Dröhnen, ein kraftloser Aufschrei, geboren aus Müdigkeit, aus Metall, aus Fleisch, ein Mischklang aus Untergang und stummem Widerstand. Der Grund für alles blieb unausgesprochen, vielleicht weil keiner mehr wagte, ihn auszusprechen. Manche sagten, sie hätten Angst, andere sagten nein, nein, nein, doch niemand wusste mehr, ob sie sich gegen die Zukunft wehrten oder nur gegen die Ahnung, dass es keine Hoffnung mehr gab. Und während die Welt sich weiterdrehte, schwer unter dem Gewicht einer Macht, die nie menschlich gewesen war, blieb nur dieser eine Gedanke zurück, der wie eine letzte Wahrheit in den Ruinen vibrierte: Die verlorene Kraft reicht nicht mehr, die Menschheit treibt sich weiter und löst sich doch zugleich auf, und im Beben der Resignation die Frage, ob die Hoffnung jemals eine Chance hatte.
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