10 Juli 2025

"Bewusstes Nichts."

Zwischen Tun und Nichtstun liegt eine Entscheidung. Doch was verbirgt sich wirklich darin?

Es gibt Zeiten, die nicht drängen. Keine Aufgabe, kein Vorhaben, keine Stimme von außen, die ruft. Und manchmal trifft man die Entscheidung, sie nicht zu füllen. Nicht weil nichts zu tun wäre – sondern weil nichts getan werden muss.

Diese Stunden sind zart. Sie tragen keine Absicht, keine Richtung. Man lässt sie geschehen, ohne Ziel. Und gerade weil sie nichts wollen, schenken sie Raum: für Gedanken, die kommen dürfen, aber nicht müssen. Für Atem, der tiefer wird, wenn ihn niemand kontrolliert. Für ein Dasein, das sich nicht erklären muss.

Das Wesentliche an diesen Momenten ist nicht das, was sich in ihnen tut, sondern dass man sie wählt. Dass man bereit ist, nicht produktiv zu sein. Nicht erreichbar. Nicht nützlich. Nur in Ruhe gelassen.

Denn was sich in solcher Zeit offenbart, ist nicht laut, nicht eilig, nicht eindeutig. Es ist still, leise wach, bereit – wie eine Tür, die geöffnet bleibt, ohne dass jemand klopft. Und manchmal genügt genau das: eine Zeit, die nichts will, um wieder zu spüren, was man selbst will – falls man das dann überhaupt noch muss.

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