Es darf etwas kosten. Mein Leben darf eine Rechnung stellen – nicht erst im Rückblick, sondern im Vollzug. Ich begleiche sie bewusst. Denn ich bin es, der es beansprucht.
Die Bilanz des Daseins ist kein abstrakter Begriff. Sie ist konkret, vielschichtig, unausweichlich. Alles hat seinen Preis: das Erleben, das Geben, das Nehmen, das Vergeben. Auch das Unterlassen, das Aufrechterhalten, der eigene Leichtsinn, die psychische Konstitution – sie alle fordern ihren Tribut. Und wir zahlen. Mit Energie, mit Verlusten, mit den Spuren falscher Entscheidungen. Bewusst, halbbewusst, manchmal blind.
Wir leisten Abgaben an das Leben – in Form von Kraft, Zeit, innerem Ringen. Nicht aus Reue, sondern aus Teilnahme. Denn das Leben erhebt Anspruch. Es will getragen, nicht nur konsumiert werden.
Es fragt nicht, ob wir bereit sind. Es setzt Bereitschaft voraus. Jeder Rückzug kostet. Jede Äußerung ebenfalls. Nichts ist umsonst – nicht das Schweigen, nicht das Handeln. Alles fordert seinen Preis. Immer. Und so muss man das Leben selbst abrechnen lassen - nicht am Ende, sondern mittendrin.
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