24 Oktober 2025

Weiß nichts, will nicht

Ich lebe nicht im Moment. Oder doch? Heute ist ein Tag, an dem ich mir darüber Gedanken mache, ohne darüber nachzudenken. Das gönne ich mir immer öfter. Diese freie Meinungsäußerung kann mich mal …  Eine Meinung gönne ich mir zwar gelegentlich, wenn ich mir gerade die Zeit nehme, Kritik zu generieren. In der nächsten Stunde ist das wieder anders, und am Tag darauf geht mich das alles nichts mehr an. Da bin ich vielleicht ganz anders unterwegs – oder nicht. Also würde ich mir selbst nicht trauen; vieles fließt einfach ungefiltert durch mich durch.

Nachdenken ist langweilig. Ich versuche, mich loszulassen – misslingt oft, weil der Versuch schon anstrengend werden kann. Whatever. Wer Texte von mir liest, ist so überfordert wie ich, meistens. Denn ich verstehe mich nicht, selten selbst nicht – und das brauche ich auch nicht. Das In-sich-Ruhen hat sich ebenfalls verbraucht, eigene Wälder habe ich abgeholzt, und morgen stehe ich vielleicht einsam auf einem Berg, der mich nichts angeht.

Menschen wollen Klarheit. Klar ist wenig bis nichts – es sei denn in ihrem Benehmen nach eigenständigem Denken und der Konformität fremder Gedanken. Mir ist das höchst egal geworden. Erkennen? Ich erkenne nichts, weiß nichts und will nichts wissen. Ich treibe mich nicht an, bleibe nicht stehen, gehe – oder nicht – und schwebe im Raum herum. In dem Raum, den mir die Evolution zugewiesen hat.

Was sollte ich mich grämen, fremde Sorgen aufnehmen? Ich bin mal dazu bereit, meistens nicht – ganz nach Gutdünken und Laune. Morgen schreibe ich vielleicht einen konträren Text. Aber das weiß ich nicht. Wie gesagt: Ich weiß nichts.

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