07 April 2025

-selbstentkleidet-

der weg, den ich gegangen bin, ist voll von widersprüchen und anpassungen. viele gelegenheiten habe ich verstreichen lassen, mich zu oft in den standardmustern der welt verfangen. der hunger nach mehr, nach anerkennung und reputation, hat auch mich ergriffen. doch in all dem habe ich oft das wesentliche aus den augen verloren: mich selbst. ich habe zugelassen, dass äußere einflüsse mich formen und der druck von allen seiten mir vorgibt, was richtig ist.

was ich vergessen habe, ist, dass der einzige weg, auf dem ich mich nicht verliere, der ist, der mich zu mir selbst führt – in meine eigene verantwortung. 

wenn ich ehrlich bin, habe auch ich zur destruktion der demokratie beigetragen, nicht mit offenen absichten, sondern durch meine bequeme gleichgültigkeit und mein einverständnis mit dem, was mir nicht so wichtig war.

jetzt stehe auch ich vor den trümmern der eigenen nachlässigkeiten und erkenne, dass der weg, der mich wieder zu mir selbst führt, nicht einfach wird.   das bedeutet primär, die verantwortung für mich zu übernehmen und mich nicht mehr hinter dem system zu verstecken.

und trotzdem – auch wenn das chaos die welt regiert, muss ich für mich einen weg finden. ich kann die welt nicht mehr zurückdrehen, die abwärtsspirale der menschlichen ignoranz nicht aufhalten, aber ich kann versuchen, meinen eigenen weg durch diese zerstörte landschaft zu finden, um meiner fehleranfälligkeit mutig begegnend zu erkennen, dass ich nicht immer wissen kann, wohin mich der weg führt.

so gehe ich nun weiter, nicht in der illusion, das chaos zu beherrschen, sondern in der akzeptanz, dass mein weg inmitten des sturms weitergeht. 

ich kann nicht verhindern, dass die welt weiter taumelt, aber ich kann in meiner eigenen existenz ein kleines, verlässliches licht entzünden und versuchen meinen weg der eigenverantwortung und der stetigen selbstentwicklung weiterverfolgen.

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