Morgen beginnt der Herbst. Unweigerlich. Er war verborgen, nun tritt er hervor. Die Tage werden nasser. Kälter. Windiger. Wieder mal sucht ein "extremes Jahr" sein Ende. Menschen dagegen suchen das Extreme. Immer. Normal gilt nicht mehr. "Rote Wetterkarten" müssen es dann schon sein. Weltuntergang in Farbe. Früher gab es das nicht. Heute genügt ein einzelner Mensch, um diese Schlagzeilen zu verbreiten. Je düsterer, desto besser. Wir klicken nur in das Drama. Das Normale, das Schöne, verschwindet. Hängt nur als Schatten in der Erinnerung.
Die meisten merken es nicht. Kinder und Jugendliche kennen sowieso nichts anderes. Medikamente ziehen alles „Negative“ ab. Die Gesellschaft hat durch das Netz nichts gewonnen. Sie ist nicht stärker, nicht gelassener, nicht besser geworden.
Hilfsmittel sollen das nur vortäuschen. Uhren messen Schlaf, Puls, Bewegung. Alles wird analysiert. Wo früher Ruhe war, ein Kaffee, ein Gespräch, herrscht nun Kontrolle. Niemand kann ernsthaft glauben, das lasse sich zurückdrehen, dazu ist der "Lifestyle" zu wichtig.
Jetzt kommt auch noch die KI. Sie beschleunigt die Unruhe. Sie verstärkt die Angst. Sie revolutioniert das Zittern. Wieder kaufen die Ängstlichen. Sie wollen Sicherheit. Sie zahlen für Illusion. Wer Vorsorge übertreibt, stirbt oft zuerst. Übermaß gewinnt nie und Balance herstellen fällt zunehmend schwerer.
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