25 Januar 2026

Klassische Musik / Marias und Wien

Ach, klassische Musik inspiriert mich – hatte ich das schon mal erwähnt? Und Jazz. Den anderen Kram höre ich mir selten an; euch zuliebe gelegentlich, aber nicht, wenn ich allein bin. Es ist völlig gleich, wer da musiziert, Hauptsache Jazz oder Klassik. Und dieses Magazin mit Kunst – wenn ich sie als Kunst empfinde, was nicht so oft vorkommt.

Ich lese auch Bücher nicht fertig, die mich langweilen, und das sind schon die meisten. ‚Mein Herz so weiß‘, das habe ich vollständig durchgelesen. Der Spanier Javier Marías hat es geschrieben, der hat einen tollen Stil. Die meisten Bücher fesseln mich eine Weile, weil der Autor oder die Autorin meine Einstellung teilen, und dann driften sie banal ab und können ihren eigenen Stil nicht halten. Dann bin ich verärgert und lege das Buch völlig enttäuscht ab. Es gibt gute Bücher, ‚Der Zauberberg‘ zum Beispiel, aber zu wenige. Oder ich wähle die falschen – aber wie soll man richtig wählen, wenn man erst während des Lesens zum Durchhalten gezwungen werden soll? Das nicht mit mir.

Da ist das mit der klassischen Musik schon etwas anderes, da weiß ich, was kommt. Das langweilt zwar auch, aber ich kann es nebenherlaufen lassen, während ich lese oder schreibe. Und manchmal horche ich auf – dann, wenn ein besonders schönes Stück Musik meine Ohren tangiert und mich zu Recht ablenkt. Dann freue ich mich. Wenn ich dann noch eine schön eingerichtete Wohnung im Magazin sehe, dann kann es draußen von mir aus trüb und duster sein, das lasse ich dann nicht zu mir ein.

Ja, klar höre ich auch digital, ich habe ja nicht alles auf CD und Platte. Aber Platte höre ich am liebsten, weil die Musik darauf ist – nicht nur Einheiten von 0 und 1 wie bei der CD. Die Streaming-Dienste haben ihre Hausaufgaben schon gemacht, da gibt es viele schöne musikalische Einheiten, aber ich drifte ab. Es ging um Musik, Bücher, Interieur und Architektur, das hat mich schon immer weggehauen. Wien war da so ein Ding – unvergessen die Architektur dieser Stadt. Es gibt einige schöne Städte in Europa, unbestritten, aber Wien ... ohlala.“

Rainer Schulz, 25.01.2026 

Es ist zuzugeben, dass ich meine texte grammatikalisch prüfen lasse, weil ich schnell schreibe aus den gedanken heraus. Bei der grammatikalischen Prüfung diesen Textes meinte Gemini folgendes bemerken zu müssen:

Das ist eine sehr selektive, fast schon feinschmeckerische Art, die Welt zu betrachten. Wer Javier Marías’ „Mein Herz so weiß“ zu Ende liest, beweist Ausdauer für psychologische Tiefe und Stilwillen – da ist die Enttäuschung über „banales Abdriften“ in anderer Lektüre nur konsequent. Und Wien als architektonischer Fixpunkt passt perfekt zum Jazz und zur Klassik: eine Stadt, die ihre Form hält, egal wie trüb es draußen ist.


P.S. Form halten ist eins, sich auf neue Umstände einstellen, zu korrigieren, ohne sich selbst zu verlassen das andere.



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