25 Januar 2026

Was/auch/immer

„Wer liest, liest Dinge, die andere Menschen geschrieben haben – so viel ist klar. Sonst würde er ja das lesen, was er geschrieben hat, und das wäre langweilig, weil er ja weiß, was er denkt. Daher herrscht also Klarheit, auch dann, wenn ich sie jetzt in meinem Sinne hergestellt habe. Also: Man liest Fremdes. Von fremden Menschen. Die man vielleicht gar nicht kennt.

Das kann spannend sein oder todlangweilig. Derjenige, der schreibt, muss sich also anstrengen, wenn er möchte, dass andere Menschen das toll finden, was er geschrieben hat. So weit, so gut – hoffe ich. Jetzt sollte man ja nicht schreiben, dass man das anders macht. Weil: a) glaubt das niemand, und b) wird man als besserwissender, arroganter – wenn man Glück hat – Mensch beschrieben. Und das nur deshalb, weil man selbst nicht den vorgemerkten Vorstellungen vieler Menschen entspricht, was jetzt ein anmaßendes Narrativ unterstützt.

"Wie auch immer." Mir ist es schlicht vollständig egal, wer meine Texte liest, wie er sie findet oder was auch immer. 

Rainer Schulz 25.01.2026

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