Der Mensch lebt in der Konstanz seiner eigenen Intoleranz. In der engen Verknüpfung mit dem, was er Leben nennt. Wenn sein Ich bedroht scheint, zieht er sich zurück – in sich selbst. Es gibt Ausnahmen, ja. Aber ich bin ihnen noch nicht begegnet.
Am Ende bleibt immer das Ich. Das Ego, das offiziell verpönt ist, aber diskret kultiviert wird. Der eine kaschiert es geschickt, der andere stellt es schamlos zur Schau. Doch wehe, der Strom fällt aus – für Tage, flächendeckend. Dann zeigt sich, wer "wir" sind.
Ein Blackout würde das Ich enttarnen. Wie ein Panzer, der ein schlafendes Reh überrollt. Das Wir? Fortgespült. Die vielbeschworene Solidarität? Ein Gedanke, nicht mehr. Flüchtig, zart, schön vielleicht – aber nicht tragfähig.
Kritik will oft verbessern. Doch manchmal will sie nur den Schleier lüften. Ein Stromausfall wäre keine Metapher mehr, sondern Beweis: für die Fragilität all dessen, was wir uns als lebenswert zurechtgelegt haben.
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