Menschen ringen mit kurzatmiger Erschöpfung. Sie suchen – nach Leitplanken, nach Führung, nach einer leisen, heimlichen Entführung ins eigene Erkennen, nach Einsichten und nach einem Stolz, der sich erlaubt, zu sein.
Ich ahne, was sie wünschen: Nicht Orientierung im diffusen Licht fehlplatzierter Laternen – deren Licht zwar brennt, aber am falschen Ort. Sondern das Verlangen nach Richtung, ohne flackernde Leuchten, ohne schmerzhafte Erfahrung, ohne unreflektierte, eitle Manie, ohne blutendes Knie.
Ich lese ihre Suche, aber ich biete keine Richtung mehr an. Lieber entziehe ich mich dem intellektuellen Reflex, der sich in Worten als Wegweiser tarnt.
22 Mai 2025
Verweigerung
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