die konzentration ins nichts. ein paradox? vielleicht. manch einer nennt es meditation, andere den besuch in sich selbst. eine inventur der eigenen impulse: was hält mich auf, was treibt mich an, was lässt mich in der lethargie verharren? doch das ist nicht der punkt. der punkt ist das nichts.
je konsequenter man das nichts herstellt, je mehr man sich ihm überlässt, desto seltener wird man angesteuert. wer nicht reagiert, wer sich der wellenbewegung entzieht, dem bleibt die ruhe. nicht als zufällige pause, sondern als bewusstes erzeugnis. aber das nichts ist keine leere, kein bloßes fernbleiben. es ist eine disziplin. eine fähigkeit, die erlernt werden muss, um abrufbar zu sein, genau dann, wenn sie am notwendigsten ist.
das nichts – ein vorübergehender zustand, der alles tilgt: sorgen, gedanken, rationale zwangsläufigkeiten. ein moment der auflösung, nicht aus schwäche, sondern aus stärke. wer es beherrscht, blüht auf. doch diese freiheit verlangt übung, anstrengung, vorleistung. sich von der last der bedeutungen lösen, ohne in gleichgültigkeit zu verfallen. das nichts als aktives werkzeug, nicht als flucht.
die gesellschaft lehrt uns, dass nichts nicht geht. dass stillstand verlust bedeutet, dass das fehlen von bedeutung gleichbedeutend ist mit bedeutungslosigkeit. doch das ist eine projektion der rastlosen. das nein zum nichts ist es, was uns frustriert – weil es uns zwingt, teilzunehmen, selbst dann, wenn man kein teil davon sein will. das nichts als verweigerung, als autonomie, als alternative. und vielleicht ist es genau diese alternative, die uns nie jemand nahegelegt hat.
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