überdimensional. ein wort, das dimensionen greifbar macht. so glaubt der mensch. er nimmt seine eigenen dimensionen, macht sie formbar, dehnt sie aus, erklärt sie für grenzenlos. doch die dimension des menschen bleibt unberührt. er lebt in ihr, gefangen in einer ordnung, die er nicht überschreiten kann. selbst wenn er von einer überdimension spricht, bleibt sie ihm verschlossen. es ist nicht vorgesehen, dass er sie begreift.
wir lernen, uns in dieser dimension zurechtzufinden, jeder für sich, und nennen es individuell. doch ist es das wirklich? millionen von menschen leben ihr eigenes „individuell“, doch immer innerhalb der grenzen, die das menschsein setzt. in diesem rahmen existieren kleine spielräume, die wir für einzigartig halten, doch das große ganze bleibt davon unberührt.
es ist wie ein ameisenhaufen. jede ameise trägt ihr teil dazu bei, ein system zu erhalten, das sie nicht hinterfragt, weil es ihre welt ist. auch wir leben in einem haufen, den wir welt nennen, überzeugt davon, ihn zu verstehen. doch schon das, was in ihr geschieht, übersteigt unser bewusstsein.
die versuche, die eigene dimension zu erklären oder gar zu verlassen, sind nichts als illusionen, die unserem ego dienen. wir erschaffen konzepte, um über unsere begrenzung hinwegzutäuschen. und doch bleibt die wahrheit unangreifbar: wir sind unlösbar an unsere dimension gebunden. demut vor dieser grenze bedeutet nicht, sie nicht herauszufordern, sondern anzuerkennen, dass wir sie nie wirklich überschreiten werden.
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