16 März 2025

zwischenrufe der vergesslichkeit oder eingeklemmt

lasse die menschen, die leute reden. lass sie an sich selbst verzweifeln, lass sie sich mut zusprechen. auch gehemmte meinungen entstammen ihnen. let’s talk about us. lass reden. zuhören ist kostenfrei, doch es fordert geduld. geht fort oder entgegnet. vergrabt euch in kommunikativen schützengräben oder erklimmt den gipfel offener diskurse, konfrontation, opposition – oder schreitet progressiv voran, laut, leise, nach eigenem maß.

nähert euch an, verschmäht euch, schweigt euch an. betrachtet: ihr glaubt, es beträfe euch, jeder nach seinem vermögen. eingefahren vielleicht, aufgeschlossen im eigenen dafürhalten, offen und zugleich eingeklemmt in der eigenen perspektive, unbedacht, unbeobachtet.

oder der banale plausch. wechselt floskeln: „hey, wie geht’s?“ – „oh, danke, gut, wie immer. und dir?“ das bedürfnis nach anerkennung formt diese phrasen. um zu gefallen, beansprucht ihr dominanz, der macht willen, artikuliert euch, äußert, was ihr meint – oder nicht meint oder gar nicht.

erhebt tiefgründige gedanken in gespräche, die sich im rausch selbstvergessener dominanz verlieren. widersprecht euch, beachtet euch, bewacht euch, belauert euch, bedauert euch – innerlich, nach außen. schmunzelt. versierte propheten wird es immer geben. glaubt nicht an manipulation, und ihr werdet sie nicht erkennen. zeichnet mit bleistift eure linie.

doch die zeit macht all das gerede sinnlos. ihr könntet dokumentieren, um die gespräche nicht in der vergänglichkeit untergehen zu lassen.

doch was bleibt? alles versinkt, verweht, wird blasser, bis nichts mehr nachhallt. reden oder schweigen – eingeklemmt zwischen bedeutung und belanglosigkeit – es bleibt sich gleich. wird, wirkt, wie alles egal.

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