14 April 2025

anders/sein

es geht nicht ums anders sein, es geht um das selbst sein. was definiert das anderssein? sind es die kriterien des anderen, die uns das anderssein vorschreiben? ist es die ständig aufgeworfene frage, was wir in der masse noch als einzigartig empfinden können? aber was bleibt, wenn wir uns so sehr anpassen, dass wir das selbst aus den augen verlieren?

der drang, anders zu sein, ist ein flimmerndes ideal. er existiert nur, weil wir uns ständig daran messen. anders als wer? anders als andere? und warum überhaupt das anderssein zu einem wunsch erheben? anderssein ist keine erfahrung, sondern eine fläche, die wir auf unsere eigene unsicherheit legen.

und dann kommt das spiel mit der authentizität: die versprechung, sich zu befreien, indem man sich selbst lebt. aber was ist das – authentisch? wo hört das eigene selbst auf und wo beginnt das konstrukt, das uns die gesellschaft anbietet? sind wir wirklich authentisch, wenn wir versuchen, uns gegen etwas zu definieren, oder ist das nicht auch nur ein weiterer versuch der anpassung?

die idee des andersseins ist so flüchtig wie ein reflex. es kommt und geht, je nachdem, welches bild von uns gerade mehr wert hat. aber vielleicht geht es nicht um die frage, ob wir anders sind, sondern was es bedeutet, überhaupt zu sein. 

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