19 April 2025

die/frage

eine frage steht im ausgefüllten raum. starr. da wird nichts verrückt. nicht, weil man sich fürchtet, sondern weil man längst weiß, dass bewegung nichts verändern wird. vielleicht ahnt man, worum es geht. doch aus der ahnung entsteht keine geste, kein satz.

die worte, die jetzt fehlen, sind keine lücke. sie sind absicht. weil das sprechen über das, was nicht gesagt werden kann, zu laut ist.

manchmal kippt etwas, fast unmerklich. ein ton zu weich, ein augenblick zu lang. es könnte bedeutung haben – vielleicht hat es das auch –, aber niemand traut sich zuzufassen. denn das stört, was im unbewussten bewegt: lebt.

und doch – manchmal flackert es auf, ein wort, ein satz mitten im schweigen. zu direkt, zu echt, zu wenig geschützt. niemand will das gehört haben, aber alle spüren dem nach. für einen moment ist alles offen, fast gefährlich. dann – zurück in die ordnung.

vielleicht ist das die einzige form von wahrheit, die bleibt: nicht benennen, nicht besitzen, nicht richten. nicht einmal denken – nur lassen. und wer dann noch fragt, hat schon zu viel gesagt.

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