die zeit verläuft exakt, unaufhaltsam, jede sekunde unumkehrbar. sie ist eine konstante, die ich kaum ertragen kann – so unaufhörlich, so methodisch, so gefangen in der unendlichen abfolge dessen, was sie selbst bestimmt. ich gebe meine zeit her, doch sie entzieht sich mir. sie tut, was sie will – mit mir. die zeit, die wir so gerne messen, entzieht sich jeder kontrolle. sie fließt weiter, auch wenn die uhr stillsteht. sie kennt keine pause, keine unterbrechung, keinen wandel.
die vorstellung, dass wir ihr herr sein könnten, ist ein trugschluss. stunden, tage, jahre – wir zählen sie, doch wir verlieren die beherrschung darüber. die uhr tickt, ob wir es hören oder nicht, ob wir uns der fließrichtung entgegenstellen oder uns ihr hingeben. die zeit bleibt unberührt. niemand kann sie verändern, keine macht, keine entscheidung. sie entzieht sich unserem einfluss. sie ist der einzige fixpunkt in einem leben, das in stetiger bewegung ist. alle anderen parameter mögen uns entglitten sein, doch die zeit bleibt, unerbittlich, unergründlich und doch so verführerisch nah.
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